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Janina Böttger

Zum Tag der Erinnerung an Alberto Adriano

Zum Tag der Erinnerung erklärt die Landesvorsitzende Janina Böttger:

Alberto Adriano wurde in der Nacht vom 10. zum 11. Juni 2000 von Rassisten so schwer verletzt, dass er wenige Tage später an den Folgen starb. Heute erinnern wir an ihn, an Hans-Joachim Sbrzesny und an alle Opfer rechter Gewalt. Wir treffen uns an den Gedenkorten in Dessau zum Tag der Erinnerung, organisiert vom Multikulturellen Zentrum Dessau.

Alberto Adriano war ehemaliger mosambikanischer Vertragsarbeiter in der DDR. Mit dem Gedenken heute erinnern wir auch an die offenen Forderungen dieser Gruppe von Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter: Sie fordern Entschädigung für die ihnen aufgrund des Abkommens zwischen der DDR und Mosambik vorenthaltenden Lohnanteile und die Anerkennung von Rentenansprüchen in der Bundesrepublik. Mehr als 21 000 Menschen aus Mosambik arbeiteten zwischen 1979 und 1990 in Betrieben der DDR. Beim Abkommen zwischen der DDR und der VR Mosambik standen beiderseitige staatliche Interessen im absoluten Vordergrund, zum Nachteil derjenigen, die für ihre Knochenjobs nur einen Teil des Lohnes direkt ausgezahlt bekamen.

Wende im Umgang mit rechter Gewalt

Nach der langen Serie rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung bewegte Adrianos Tod im Sommer 2000 endlich etwas in der politischen und zivilgesellschaftlichen Debatte. Nach einem Jahrzehnt der politischen Verharmlosung begannen endlich erste Schritte hin zu staatlich getragener kritischer Interventionsarbeit.

Die Demokratieförderprogramme wurden zuerst aufgelegt im Osten, später ausgeweitet auf den Westen. Bis heute ist die dauerhafte Förderung politisch strittig. DIE LINKE setzt sich deshalb mit vielen zivilgesellschaftlichen Partnerinnen für ein Demokratiefördergesetz ein.