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Aufruf an alle, die guten Willens sind

Peter Kroha, stellv. Vorsitzender des Stadtverbandes Naumburg / Saale

Mit Entsetzen und tiefer Sorge haben wir auf die Ereignisse in Tröglitz reagiert. Ein Ortsbürgermeister ist zurückgetreten, um seine Familie vor vermeintlichen Angriffen rechter Demonstranten zu schützen. Sind wir wieder soweit, dass demokratisch gewählte Bürger bedroht und unter Druck gesetzt werden?

Mit Entsetzen und tiefer Sorge haben wir  auf die Ereignisse in Tröglitz reagiert. Ein Ortsbürgermeister ist zurückgetreten, um seine Familie vor vermeintlichen Angriffen rechter Demonstranten zu schützen. Sind wir wieder soweit, dass demokratisch gewählte Bürger bedroht und unter Druck gesetzt werden?

Mehr als 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, mehr als während des 2. Weltkrieges. Sie sind auf der Flucht vor religiösem Fanatismus, Krieg und Gewalt. Hunger und Angst treibt sie in andere  Länder in der Hoffnung, Ruhe, Sicherheit und eine Zukunft zu finden. Dabei sind nur 3 % der weltweiten Flüchtlinge in Europa angekommen. Andere, viel ärmere Nachbarländer haben wesentlich mehr Flüchtlinge aufgenommen.

Wir brauchen Zuwanderung und können Zuwanderung nicht verhindern. Oder wollen wir, dass  wieder eine Mauer errichtet wird? Eine Mauer quer durch Südeuropa mit ein paar Türen darin für ausländische Arbeitskräfte, die wir wegen unserer sehr geringen Geburtenfreudigkeit dringend benötigen: Facharbeiter und Ärzte zum Beispiel, aber auch Spargelstecher und Erdbeerpflücker, damit wir billig einkaufen können.

Auch Stacheldrahtzäune und Mauern sind durchlässig, wir wissen das. Solange es Kriege, religiösen Fundamentalismus, Verfolgung, Armut, Hunger und Elend gibt, solange werden Menschen die Wüste  durchqueren in der Hoffnung, nicht zu verdursten, und in übervolle Boote oder in halb verrostete Schiffe steigen in der Hoffnung, nicht zu ertrinken

Wir brauchen klare Aussagen und Positionen vonseiten unserer Regierung, wir brauchen klare gesetzliche Regelungen und eine Willkommenskultur. Kulturelle Vielfalt ist keine Gefahr, sondern ein Gewinn für alle.

90 % der bei uns lebenden Muslime sind gut integriert und die überwiegende Mehrheit der zugewanderten Bulgaren und Rumänen sind berufstätig, zahlen Steuern und tragen zu unserem gemeinsamen Wohlstand bei. Wenn wir Menschen in der Not helfen, werden auch wir davon profitieren. Deshalb muss es uns gelingen, die Kinder der Zugewanderten für uns zu gewinnen und ihnen bewusst zu machen, was Bildung, was Wissen bedeutet und was Demokratie zu bewirken vermag. Dann haben auch wir eine sichere Zukunft.

Alle Gemeinden werden über kurz oder lang Flüchtlinge oder Asylbewerber aufnehmen müssen. Wir sollten Ängste und Vorurteile überwinden, Verständnis für die Not anderer zeigen und beweisen, dass wir mit anderen zu teilen bereit sind. In vielen Orten klappt das schon sehr gut. Geben wir  diesen Menschen das Gefühl, dass sie willkommen sind; leer stehende Wohnungen sind ist ausreichend vorhanden

                                                    

 

Im Namen des Vorstandes der Basisorganisation Bad Kösen der Partei DIE LINKE 

 

 - seit  2000 starben ins­gesamt 27 000 Menschen an den EU-Außengrenzen      The migrants files  15.01.15

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