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Atommüll und "Ehrlichkeit"

!Transparenzhinweis: wir haben einen Fehler korrigiert. Reichardt ist nicht aufgestanden, sondern hat nur den Zuruf getätigt!

Als vor knapp einem Jahr bekannt wurde, dass im Burgenlandkreis aufgrund dessen Bodenstruktur ein Atommüllendlager entstehen könnte, war die Empörung groß. „Niemand möchte ein Atommüll-Endlager vor der Tür haben“, titelte die MZ. Zwar rechnet die Bundesgesellschaft für Endlagerung nicht vor 2031 mit einer Standortentscheidung, doch sowohl wir, als auch andere Organisationen wie der BUND, haben bereits damals klar gestellt, dass wir ein Atommülllager entschieden ablehnen.

Wer dagegen nicht so sicher oder „ehrlich“ zu sein scheint, ist die AfD. Im MZ-Artikel vom 7.9.2021 „Atommüll-Endlager im Burgenlandkreis? Landrat will „achtsam“ bleiben“ gibt der AfD-Kreisvorsitzende und Zeitzer Landtagsabgeordnete Lothar Waehler die Ablehnung eines Atommüllendlagers bekannt, wolle aber nicht von Atomkraft abweichen und wird mit „Irgendwo muss der Atommüll ja hin“ zitiert. Klare Position, Fehlanzeige! Umso bemerkenswerter ist, was sich am Donnerstag im Bundestag zutrug. Während einer Rede des Linken-Abgeordneten Ralph Lenkert forderte dieser Abgeordnete von CDU, FDP und AfD dazu auf, aufzustehen, wenn diese Atommüll in ihren Wahlkreisen lagern würden, da dies ehrlich sei. Unter den AfD-Abgeordneten befand sich auch Martin Reichardt, der dem Ausspruch seines Fraktionskollegen Karsten Hilse: „Ja, mach ich“, hinzufügte: „Das ist ehrlich“. Reichardt ist nicht nur Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt und damit Waehlers Landeschef, sondern auch Bundestagsabgeordneter des Burgenland-Saalekreises. Also der Region, für die sein Parteifreund ein Atommüllendlager ablehne. Ja, was denn nun? Nicht nur widerspricht Reichardt damit explizit der Position des AfD-Kreischefs, sondern lässt durch seinen Ausruf auch die Unterstellung zu, sein Parteikollege sei unehrlich, denn sonst hätte er ja seiner Pro-Atomkraft-Position und Aussage folgend, dass irgendwo der Atommüll hinmüsse, sich für eine Endlagerung im Burgenlandkreis aussprechen müssen.

Wenn Martin Reichardt „Ehrlichkeit“ so toll findet, dann fordern wir ihn gerne dazu auf, nicht nur im Bundestag, sondern auch öffentlich sich für eine Endlagerung im Burgenlandkreis auszusprechen! Schließlich sei dies laut ihm ehrlich.

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