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Zum Tag der Befreiung am 8. Mai 2018 erklären die Vorsitzenden der Partei DIE LINKE, Katja Kipping und Bernd Riexinger:

Am 8. Mai 1945 haben die Alliierten den Hitler-Faschismus in Europa besiegt. Der Tag der Befreiung sollte als Moment der kollektiven europäischen Erinnerung zum gesetzlichen Gedenk- und Feiertag erklärt werden.

Deutschland kann heute nur eine Friedensmacht sein. Die fortschreitende Aufrüstung der deutschen Armee durch die Große Koalition ist historisch verantwortungslos. Wir lehnen Aufrüstung und Kriegseinsätze jeder Form ab. Damals bedrohte der Faschismus die grundlegenden Werte des Humanismus und der Menschlichkeit, die Demokratie und liberalen Freiheiten. Antisemitismus, Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sind 73 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa wieder auf dem Vormarsch. Mit der AfD sitzt eine im Kern neoliberale und rassistische Partei im Deutschen Bundestag. Es gilt auch heute, sich mutig und entschlossen gegen jede Form autoritärer und rassistischer Hetze entgegenzustellen.

Der Tag der Befreiung als bundesweiter Gedenk- und Feiertag kann Raum für das gemeinsame Gedenken bieten. Erinnerung bleibt nur lebendig, wenn sie als Teil heutiger gesellschaftlicher Diskussion erhalten bleibt. Antisemitische Angriffe, Verachtung für Andersdenkende und Andersgläubige sind Gründe genug, den 08. Mai als Gedenktag für Humanität, Toleranz und Demokratie und als Tag der Erinnerung an die Opfer sowie an die Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer zu machen.

Zum 8. Mai 2018 erklären der Landesvorsitzende der Linken Sachsen-Anhalt Andreas Höppner und der Fraktionsvorsitzender Thomas Lippmann:

Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Faschismus. Wir gedenken den über 60 Millionen Opfern, den verfolgten und auf grausamste Weise ermordeten Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung sowie allen politischen Gegner. Zu Recht ist es der »Tag der Befreiung«, wie ihn Richard von Weizsäcker in seiner Rede 1985 nannte, da die Alliierten Europa an diesem Tag von der faschistischen Gewaltherrschaft erlösten und damit Millionen Menschen neue Hoffnung gaben.

Es war der abgrundtiefe Hass gegenüber dem Fremden, dem Anderen, welches den Ursprung für unvorstellbares Leid markierte. In diesem Bewusstsein muss es unser aller Aufgabe sein, neuem Hass und Rassismus in unserer Gesellschaft immer wieder Toleranz und Weltoffenheit in aller Entschiedenheit entgegenzustellen.

Es ist die Aufgabe der Vielen, die sich für ein demokratisches, friedliches und damit menschliches Miteinander einsetzen, den Feinden der Demokratie unmissverständlich aufzuzeigen, dass sie mit Ausgrenzung, Verachtung und Gewalt keine Mehrheit in unserem Land gewinnen werden. Respekt und gegenseitige Achtung sind wesentliche Grundsätze für das Zusammenleben in unserer Welt, die es zu verteidigen gilt.

in Weißenfels
PRESSEMITTEILUNG der Stadt Weißenfels vom 09.05.2018:

Gedenktafel erinnert an sowjetische Kriegsopfer 

„Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“ Dieses Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker steht auf einer Gedenktafel am sowjetischen Ehrenfriedhof der Stadt Weißenfels, die Oberbürgermeister Robby Risch und Bundestagsabgeordnete Birke Bull-Bischoff anlässlich des Tages der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 2018 enthüllt haben. Die Tafel zeigt außerdem eine wortwörtliche Übersetzung der russischen Inschrift der Gedenkstehle auf dem Ehrenfriedhof und gibt Auskunft über die dortigen Gräber.

Zum Tag der Befreiung waren etwa 40 Bürgerinnen und Bürger vor Ort, um der Gefallenen und Opfer des Zweiten Weltkrieges zu gedenken. Die Partei DIE LINKE hatte zu der Veranstaltung geladen. Stadtratsvorsitzender Jörg Freiwald hielt eine Gedenkrede. Er rief dazu auf, Demokratie stärker erlebbar zu machen, um rechtspopulistischen Strömungen entgegenzuwirken. Das Weißenfelser Bündnis für Toleranz sieht er hierbei als einen wichtigen Akteur. Ähnliche Worte richtete Birke Bull-Bischoff an die Anwesenden. Die Gräueltaten der Nationalsozialisten wären nicht allein auf Hitler und einige Schläger und Sadisten zurückzuführen. Die Massenvernichtung konnte es ihr zufolge nur geben, weil es eine Massenbeteiligung gab. Um den Anfängen zu wehren, sei es wichtig, dass sich ein jeder seine Menschlichkeit bewahrt, sich respektvoll anderen gegenüber verhält und sie nicht abschätzig behandelt.

Oberbürgermeister Robby Risch lobte das Engagement der Partei DIE LINKE. Etwa 1.000 Euro an Spendengeldern hat der Kreisverband für die Gedenktafel zur Verfügung gestellt. Weitere 600 Euro steuerte die Stadt Weißenfels für deren Aufstellung bei. Die Tafel ist ein wichtiger Beitrag, um das Gedenken an die Geschichte des sowjetischen Ehrenfriedhofs aufrechtzuerhalten. Dort wurden mehr als 350 russische Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter sowie verwundete und erkrankte Soldaten der Roten Armee begraben, die in Folge des Zweiten Weltkrieges den Tot fanden.

Fotografin: Katharina Vokoun

Im Anschluss ein kurzes Videostatement von Birke Bull-Bischoff:

in Zeitz

Heute, am 08.Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, fand auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Zeitz eine Kranzniederlegung statt. Birke Bull-Bischoff erinnerte in ihrer Rede an das Leid, welches die Menschen erlitten und an die Millionen Opfer. Der Bezug auf die heutigen Zeit: Wehret den Anfängen. Konsequent gegen Hass, Ausgrenzung und rechtes Gedankengut.

in Bad Kösen / Naumburg

Auch hier erinnerte Birke Bull-Bischoff am Ehrenmal im Bad Kösener Kurpark vor Mitgliedern und SympathisantInnen der Bad Kösener und Naumburger LINKEN in ihrer Rede an das Leid, welches die Menschen erlitten und an die Millionen Opfer. Peter Kroha, Ida Brauer und weitere ältere Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten emotional von ihren eigenen leidvollen Erfahrungen als damalige Kinder im Krieg, von dem barbarischen Vorgehen der Nazis gegen Häftlinge, dem damals herrschenden Klima unter der deutschen Bevölkerung und von ihrer ersten Begegnung mit den Befreiern der Roten Armee.