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Wieder Tausende auf dem Weg zu Karl und Rosa

Der Süden Sachsen-Anhalts reiht sich in den Gedenkzug ein, ein Bericht von Hans Klitzschmüller

In guter Tradition versammelten sich am Morgen des12. Januar 2014 Genossinnen und Genossen, Freundinnen und Freunde der Kreisverbandes Burgenlandkreis der Partei DIE LINKE, um nach Berlin zu fahren. In Halle stiegen weitere Teilnehmer zu,so dass 40 Vertreter des südlichen Sachsen-Anhalts in Berlin eintrafen. Bevor sich der Demonstrationszug in Bewegung setzte, erreichten wir das Frankfurter Tor und schlossen uns dem Zug an. Beeindruckt waren wir von der Vielfalt linker Bewegungen und ihren unterschiedlichen Ausprägungen. Leider waren auch die Auffassungen unterschiedlich bis hin zu Anfeindungen, die innerhalb des Zuges wahrzunehmen waren. So beschlossen wir einen anderen Platz einzunehmen, weil wir uns den Sprechchor einer Splittergruppe nicht länger anhören wollten, der DIE LINKE als Verräter bezeichnete. Traurig, dass die Veranstaltung zur Ehrung der Opfer von einigen radikalen Eiferern derart umfunktioniert und missbraucht wird. Wer sich also einen Eindruck über die Vielfalt, aber auch die Zersplitterung linker Bewegung verschaffen will, sollte das nächste Mal mit uns fahren. Allen gemeinsam war aber die Ehrung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Angekommen auf dem Ehrenfriedhof legten viele von uns rote Nelken vor der Stele mit der Inschrift „DIE TOTEN MAHNEN UNS“ auf den Grabplatten nieder und gedachten still der Opfer. Mir wurde bewusst, welche Aktualität der Kampf um Frieden und Sozialismus hat. Die Inhalte sind vergleichbar. Es geht heute wieder, auch in der Linken, um Standpunkte zum Krieg. Die Linke muss sich klar antiimperialistisch und internationalistisch ausrichten. Das ist entscheidend für den Fortbestand der Linken. Entweder die Partei wird antiimperialistisch sein, oder sie wird nicht sein. Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ist die persönliche Erklärung Karl Liebknechts am 2. Dezember 1914 im Reichstag in der er sein Nein zu den Kriegskrediten begründete so aktuell wie je: »Dieser Krieg, den keines der beteiligten Völker selbst gewollt hat, ist nicht für die Wohlfahrt des deutschen oder eines anderen Volkes entbrannt. Es handelt sich um einen imperialistischen Krieg, einen Krieg um die kapitalistische Beherrschung des Weltmarktes, um die politische Beherrschung wichtiger Siedelungsgebiete für das Industrie- und Bankkapital Auch darum versammeln sich jedes Jahr wieder Zehntausende Menschen, um die Vorkämpfer für eine friedliche Welt ohne Ausbeutung, Rassenwahn undAusländerhass zu ehren. Auch wenn die Mainstream-Presse sich die größte Mühe gibt, das Ereignis zu relativieren, dessen Bedeutung herunterzuschreiben und mit Lügen und Halbwahrheiten oder an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen, a la Hubertus Knabe, zu diskreditieren.Ein aufmerksamer Genosse, Michael Teske aus Döllnitz, schreibt zu einem Artikel der MitteldeutschenZeitung dieser Zeitung vom 13.01.2014 „Großer Aufmarsch mit kleiner Störung“ Dieser Artikel strotzt nur so von Beleidigungen nicht nur der Politiker meiner Partei, sondern auch der Opfer des deutschen Militarismus. Von einem Aufmarsch wird fabuliert. Und während die Sozialismushasserin Lengsfeld weiße Rosen „niederlegte“, durfte die Parteispitze der LINKEN ihren Kranz nur „deponieren“.Das lässt sogar die Pietät gegenüber den Toten vermissen.