Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Weißenfelser wehren sich gegen Nazis

Hans Klitzschmüller berichtet:

„Nazis sind hier nicht willkommen, auch wenn es vielen egal ist, dass sie da sind. Eine Stadt wehrt sich gegen den braunen Spuk." Unter diesem Motto rief das Weißenfelser "Bündnis für Toleranz - gegen Rechtsextremismus und jede Gewalt" zu einer Gegenveranstaltung auf. Zahlreiche Einzelpersonen, Vereine, Gewerbetreibende und Vertreter von Betrieben und Parteien und den Kirchen haben ihre Unterstützung schriftlich bekundet. Personell hat sich das Ganze dann leider nicht niedergeschlagen. Am Stadtbalkon in Weißenfels versammelten sich ungefähr 60 Personen unter ihnen unser Bundestagsabgeordneter Roland Claus. Unterstützt von lauter Musik wurde den Nazis durch Jörg Freiwald am Mikrofon zugerufen was wir von ihren Aktionen halten – nämlich nichts.

Als Unterstützung vom Landesvorstand bekamen wir ein Transparent.

Laut Jörg Bethmann, Sprecher des Polizeireviers Burgenlandkreis, waren es insgesamt etwa 110 Neonazis, die vom Weißenfelser Bahnhof aus in die Neustadt zum Märchenbrunnen marschiert sind. Im Anschluss marschierten sie auf den Parkplatz unterhalb der Langendorfer Straße und dann zurück zum Bahnhof. Begleitet war ihr Marsch, bei dem Parolen gegrölt wurden, von einem massiven Polizeiaufgebot. Laut Bethmann gab es keine Ausschreitungen. Allerdings gebe es drei Anzeigen gegen Neonazis, unter anderem wegen der Verwendung von verfassungsfeindlichen Symbolen, so Bethmann.

Nach zweieinhalb Stunden war der Spuk vorbei. Ihr Ziel, Weißenfels über acht Stunden mit Nazi-Parolen zu terrorisieren, hat die braune Bande nicht erreicht.

Mit einer Mahnwache vor und einer Kerzenandacht in der Marienkirche fand die Gegenveranstaltung einen würdigen Abschluss. Dabei ergriff der Oberbürgermeister der Stadt Weißenfels, Robby Risch, das Wort und dankte nochmals allen die hier Präsenz und Engagement gezeigt haben. Gegen Nazis hilft es nur, ein breites gesellschaftliches Engagement zu zeigen. Angst und Gleichgültigkeit haben schon mal zu katastrophalen Auswirkungen für die ganze Welt geführt.

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“

Brecht: aus dem Epilog des Dramas „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“-

siehe auch MZ vom 15.12.2012 und in der MZ vom 17.12.2012