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Aktives Altern – Aktive Kommunen

Mitgenommenes von einer Veranstaltung der Bertelsmann Stiftung und dem Sächsischen Staatsministerium

von Karin Denk

Netzwerk für Familien im Burgenlandkreis

 

Die Einladung kam über das Netzwerk für Familien im Burgenlandkreis und die Tagesordnung interessierte mich, zumal Leipzig als Veranstaltungsort  nicht weit entfernt ist. Ich wurde nicht enttäuscht vom Programm. Es gab viele Anregungen, da auch Praktiker eingebunden waren und keine langen Reden gehalten wurden. Immer nur kurze Beiträge, unterschiedliche Gesprächspartner, sehr abwechslungsreiche Gesprächsrunden.

 

Vorgestellt wurde ein Seniorenkonzept mit vier Kernpunkten:

          Würde und Selbstbestimmung

  •       erhalten
  •       befördern
  •       integrieren
  •       Erfahrung und  Potenz nutzen – selbstbestimmtes Altern durch Mitwirken.

Der Nutzen der Älteren für die Gesellschaft ist ein wichtiger Faktor, den es zu nutzen gilt. Denn das Engagement im Alter nützt Jüngeren beim Kompetenzerwerb und sichert den Kompetenzerhalt der Älteren. Wir stehen vor Herausforderungen durch steigende Altersarmut und Arbeitsansätze, die verhindern, dass Teilhabe möglich ist. Wichtig sind kommunale Einrichtungen zur Steuerung. Das Zusammenleben der Generationen muss gezielt gefördert werden  wie auch die Gegenseitigkeit der Hilfe und Unterstützung.

 

So wurden Beispiele angeführt, wo ältere Frauen in Kitas gehen und dort mit Kindern singen, da gerade die musische Erziehung zu wünschen übrig lässt. Es bringt Ruhe in die Kita, sagte eine Fachfrau. Es geht auch mit Vorlesen in Krankenhäusern oder kleineren Hilfen ebenda, natürlich alles immer in Absprache mit dem Personal. Es gab Beispiele, wo das gut gelingt. Aktives Altern ohne lebenslanges Lernen ist schlichtweg unmöglich.

 

Vorschlag:    Lernen vor Ort – ein Treffen der Ehrenämtler  im Wohngebiet zum Beispiel. Alle tauschen sich aus und suchen Berührungspunkte.

 

In Sachsen-Anhalt sind 25 Prozent der Nutzer der Volkshochschulen über 65 Jahre, das ist der höchste Anteil in Mitteldeutschland. Das Potential sollte genutzt werden, um das Interesse an Politik bei Älteren zu stärken. Immer die Menschen einbeziehen in Diskussionen, sie fragen, wie sie sich ihr Leben im Alter vorstellen, wie ihre Pflege? In Thüringen werden 73 %Bedürftige zu Hause gepflegt. Es gab auch manch eigenwillige Formulierung. So hat Nordhausen laut Aussage der Bürgermeisterin einen „Sterbeüberhang“. 

 

Ganz wichtiger Tipp zur Praxisdatenbank:  Internetportal www.wegweiser-kommune.de vermittelt Daten über jede Kommune über fünftausend Einwohner. Wie den demografischen Veränderungen  begegnet wird ist für die Zukunftsfähigkeit der Kommunen entscheidend. Themen der Datenbank: Demografischer Wandel, Finanzen, Bildung, Soziale Lage und Integration.

Eine gute Durchmischung  ist besser als Separierung in Seniorentreffs, Alter stellt sich heute völlig anders dar, diese Vorstellung muss in die Köpfe der Jüngeren.  Es gab eine interessante Aussage: ab etwa dem  60. Lebensjahr orientieren sich die Älteren neu, suchen andere Inhalte und Betätigungen und so geht man davon aus, von tatsächlichem Alter erst ab dem 76. Lebensjahr zu reden.  

In wohnungsnahen Begegnungsstätten kann mehr Austausch stattfinden zwischen Generationen. Da kann die Kreativität der Älteren  abgeschöpft werden und auch Jüngere können ein Vakuum an freier Zeit kreativ füllen. Wie wäre es mit Kursen zu „vergessenem Wissen“? Das sind Spiele der Vergangenheit, Nähen, Handwerkeln  - jung und alt gemeinsam, kreative Köpfe eben. Dazu tragen auch Mehrgenerationenhäuser bei, aber Wohnortnähe ist ein wichtiger Aspekt.

Warum nicht mal mit einer Art  Markt der Möglichkeiten konkretes Tun und Vorstellungen abfragen? Sicher bietet sich da an, etwas Gutes zu tun für andere und somit auch für sich selbst. Eine tolle Sache gibt es in Sachsen. Einen Orden für die Hosentasche. Das ist eine Ehrenamtskarte für verschiedene Ermäßigungen wie Eintritt und Fahrscheine für den Öffentlichen. Sachsen gibt 6 Millionen jährlich zur Förderung von Ehrenämtern. Und was tut Sachsen-Anhalt oder der Burgenlandkreis? Gute Beispiele sollten genutzt werden zum Nachmachen.

Ehrenamt ist auch flexibler geworden, man bindet sich nicht mehr fest, also heißt es Umdenken bei Engagementsgelegenheiten – neu denken - neu organisieren.

Gefallen haben mir folgende Aussagen:

„Wir im Ich, Ich im Wir“ - alle machen mit auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft.

„Lasst uns eine Stadt bauen, wo man leben, arbeiten, lachen kann – eine zum Wohlfühlen für alle.“ 

Ich habe mich auf dieser Beratung wohlgefühlt und neue Erkenntnisse weggetragen.