Pressemitteilung an die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG:
So sehr man die Entscheidung des Eulauer Theaters „Poeta Historica“begrüßen kann, sich vom NPD-Sympathisanten Hans Püschel zu trennen, auch wenn dieser Schritt längst überfällig war, umso mehr muss man sich über die Meinung des Weißenfelser CDU-Stadtrates, Jörg Riemer wundern.
So, wie in der MZ vom 04. Januar dargestellt, vertritt er die Meinung, „dass Politik und das Mitwirken in einer Theatergruppe zwei verschiedene Ebenen seien, solange man nicht jenseits der Grenzen der demokratischen Grundordnung agiere“.
Ja, befindet sich Püschel etwa innerhalb der Grenzen der demokratischen Grundordnung, wenn er eine Partei verteidigt, die Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit vertritt, wenn er sogar die unfassbaren Morde an türkischen und griechischen Mitbürgern in seinen Internetauftritten verteidigt ?
Wer das tut, der stellt sich selbst ins gesellschaftlichen Abseits, der wird nicht erst dorthin gedrängt, wie Herr Riemer meint.
Rechtsextremismus fängt immer im Kopf an, deshalb bedarf es wesentlich mehr als bisher der öffentlichen Debatte um dieses Gedankengut. Und es bedarf größerer und neuer Anstrengungen zur Stärkung der Zivilgesellschaft. Dabei sind alle demokratischen Kräfte gefragt.
Gunter Schneider
Vorsitzender des Kreisverbandes Burgenlandkreis der Partei DIE LINKE